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TVG siegt im Hexenkessel

Die 810 Zuschauer in der vollen Main-Kinzig-Halle in Hanau erlebten am Samstagabend einen Handball-Krimi vom Feinsten. Beide Mannschaften, die als Anwärter auf die Meisterschaft gehandelt werden, lieferten sich ein spannendes, kampfbetontes und emotionsgeladenes Derby, in dem am Ende der TVG die Oberhand behielt.


Es wurde der vorhergesagte Hexenkessel, in dem die 180 mitgereisten TVG-Fans alles gaben und ihre Mannschaft in brenzligen Situationen immer wieder nach vorne peitschten. Daher galt der Dank von TVG-Trainer Ralf Bader auch den Fans, als er sagte: „Danke an unsere Fans, die in diesem Hexenkessel toll dagegen gehalten und uns super unterstützt haben.“


Die HSG musste verletzungsbedingt auf ihre Linkshänder im Rückraum verzichten. Der TVG kam ohne den erkrankten Tom Spieß. Das erste Tor gehörte den Hausherren, ehe der TVG anschließend gleich einen Strafwurf vergab. Der Wurf von Michael Spatz blieb an der Latte hängen. Doch der zweite fand seinen Weg ins Tor und Mario Stark war es, der zum 2:2 ausglich. Bis zum 8:8 konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Der gut aufspielende Jan Winkler war es, der auf 10:8 erhöhte und zwei Gewaltwürfe von Lars Spieß brachte seine Farben auf 12:9 (23.) nach vorne. Die Hanauer wackelten bedenklich und die Gäste nutzten dies geschickt aus. Glänzend unterstützt von Jan-Steffen Redwitz im Tor zogen sie auf 15:11 (28.) davon. HSG-Coach Olli Schulz zog den grünen Karton, gab die richtigen Anweisungen und bis zur Pause stand es nur noch 15:13 für den TVG.


Nach Wiederbeginn agierten die Hanauer in der Deckung sehr gut und auch Torhüter Schermuly war ein guter Rückhalt. Der TVG konnte erst in der 38. Minute durch einen Siebenmeter von Florian Eisenträger das erste Tor erzielen. Die HSG legte nach und wieder war es Kapitän Eisenträger, der einen Strafwurf traumhaft sicher versenkte. Die Begegnung wurde, wie schon in Halbzeit eins, total hektisch und beide Mannschaften kämpften bis zum Umfallen. Per Siebenmeter fiel der 17:17-Ausgleich für die Hausherren (41.). Damit nicht genug. Sie legten gleich zwei Tore nach und plötzlich schien die Partie zu kippen (19:17 – 44.). Ralf Bader zog den grünen Karton, stoppte den Spielfluss der Hausherren und brachte seine Jungs wieder in die Spur zurück. Die Spannung war nicht mehr zu überbieten, die Schiedsrichter sorgten mit manchem Pfiff für Unmut bei den Zuschauern. Es war ein Hexenkessel vom Feinsten. Jan Winkler und Florian Eisenträger behielten die Übersicht, drehten die Partie und der TVG führte in der 49. Minute mit 20:19. Die HSG glich aus, der TVG legte vor. Die Nerven lagen blank. Wieder war es Florian Eisenträger, der die fälligen Strafwürfe in der aufgeheizten Atmosphäre sicher verwandelte. 23:21 stand es in der 54. Minute. Der TVG kassierte eine weitere Zeitstrafe und die HSG zog den grünen Karton. Wieder war es Jan Winkler, der Verantwortung übernahm und zum 24:22 vorlegte. Aber die Hausherren gaben keinen Zentimeter nach und die Begegnung stand Spitze auf Knopf. Die Mannschaft von Ralf Bader führte mit 26:24 (58.) und Oliver Schulz nahm die Auszeit. Er ließ Mario Stark und Marko Matijasevic an die kurze Leine legen. 25:26 hieß es danach und jetzt nahm Ralf Bader nahm die Auszeit. Die Anzeigetafel zeigte 59.05 Minuten. Die Gäste vergaben den letzten Angriff und die HSG war in Ballbesitz, brachte den siebten Feldspieler. Da waren noch vier Sekunden Zeit. In der Zwischenzeit stand Matthias Ritschel beim TVG zwischen den Pfosten (ab der 44. Minute). Er wirkte vollkommen ruhig und abgeklärt in diesem unglaublich spannenden Endspurt. Der letzte HSG-Ball fand den Weg ins Tor nicht. Aus, vorbei. Alle Dämme brachen und der TVG feierte ausgelassen und ließ sich von seinen Fans feiern.


TVG-Trainer Ralf Bader dankte den Fans: „Die Stimmung war super und die Halle brannte. Ich habe es im letzten Jahr mit Bietigheim hier schon erlebt. Danke an unsere Fans, die in diesem Hexenkessel toll dagegen gehalten haben. Meine Jungs arbeiten jede Woche hart für den Erfolg und wurden heute auswärts belohnt. Wir haben die Hälfte unserer Leistung abgerufen, unsere Torhüter haben uns gut unterstützt. Doch wir müssen auswärts stabiler werden.“ Ein enttäuschter HSG-Trainer Olli Schulz gratulierte dem TVG zum Sieg und sagte: „Am Ende waren es Nuancen, die das Spiel entschieden haben. Es gab eine kurze Phase, in der der TVG alles richtig gemacht hat. Die Achse Stark/Corak oder Matijasevic/Corak war zu stark. Ein Punkt wäre drin gewesen. Doch es hilft nichts zu jammern.“


Nächste Woche empfängt der TVG den derzeitigen Tabellensiebten Leipzig zu Hause.


Hanau – Großwallstadt 25:26


HSG:

Schermuly, Tomm; Woiwood, Hemmer 4, Geist 3, Strohl, Bergold 5, Brüggemann 1, Pillmann 4, Christoffel, Lorenz 1, Graichen, Malik 7/6.


TVG:

Redwitz, Ritschel; Spatz 7/3, Engels, Eisenträger 6/4, Matijesevic 3, Corak, Stark 2, Keck, Winkler 5, L. Spieß 3, Pfeifer, Hüttmann, Bergau.

Zuschauer: 810. – Schiedsrichter: Mischinger/Näther. – Zeitstrafen: HSG 5, TVG 4. – Siebenmeter: HSG 7/6, TVG 9/7.


Spielfilm:

2:o (3. Minute), 2:2 (6.), 4:4 (10.), 7:7 (15.), 8:8 (18.), 8:10 (21.), 9:12 (23.), 11:15 (28.), 13:15 (30.); 15:17 (39.), 19:17 (44.), 20:20 (49.), 21:23 (54.), 23:24 (56.), 25:26 (60.).


Foto @Müller

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